Strom.

Wir haben jetzt Solar – und seit neustem sind wir auch beim Stromlieferanten Tibber. Wir kommen aus einem Allerweltstarif von Vattenfall (rund 40 Cent die Kilowattstunde) und zahlen nun einen Basispreis plus den reinen Strombörsenpreis. Sehr faires Geschäft, finde ich. Vor allem sehr transparent.

Tibber hat eine sehr smarte App. Hat man einen tauglichen Zähler von seinem Netzbetreiber bekommen, erhält man stündlich genaue Abrechnungen seines Stromverbrauchs. Unser Glück: Wir durften uns den Zähler zwar nicht aussuchen, aber haben durch den Wechsel aufgrund der Solaranlage auf dem Dach zufällig nun ein taugliches Modell. Andere Haushalte haben oft das Nachsehen, weil Netzbetreiber überhaupt gar nicht einsehen, warum sie für solche Zähler bei Kunden sorgen sollten.

Die Strompreise an der Strombörse sind in der App einsehbar, und man kann die Strompreisentwicklung auch 24 Stunden voraus abrufen. Sprich: Wenn der Preis in den nächsten Stunden sinkt – und das tut er meist nachts, dann kann man prima energieintensive Aktivitäten in die Nacht verlagern – zum Beispiel das Elektroauto betanken.

Da unsere Wallbox aber noch nicht auf Tibber hört, hat Tibber ein paar Plugins, unter anderem für Tesla. So meldet dann Tibber an den Tesla in der Garage, wann er günstig anfangen kann zu laden:

Das gleiche wäre natürlich wünschenswert für Waschmaschine und andere Geräte, die gerne irgendwann laufen dürfen. Miele Geräte reden eh schon mit dem Netz, das wäre kein großes Ding, auch diese Geräte zu koppeln.

Was wir uns jetzt noch wünschen würden: Wir haben eine Powerwall, die momentan direkt von den Überschüssen aus der Solaranlage betankt wird. In dunklen Zeiten wie diese würde ich den Batteriespeicher aber gerne zu den günstigen Stromtarifen aufladen (überwiegend nachts), um diese Energie dann in hochpreisigen Tageszeiten aus dem Speicher abzurufen. Wie das geht, ist mir noch unklar. Ich hörte, dass man bei Tesla eine solche Einstellung freischalten lassen kann.

Update:

Man erhält natürlich nicht einfach auf wundersame Art und Weise den Strompreis in stündlichen Portionen. Denn der Stromzähler spricht weder direkt mit dem Netzbetreiber noch mit dem Stromversorger. Die „intelligente Meßeinrichtung“ redet nur über eine optische Schnittstelle mit dem Nutzer. Und so findet man sich plötzlich wieder in einem Albtraum der Benutzerführung, weit weg von Transparenz und Leichtigkeit.

Zunächst muss man schon mal die PIN des eigenen Stromzählers erfahren. Die wird nicht etwa mitgeliefert, die muss man aktiv erfragen, in unserem Fall vom Stromnetz Berlin. Und dann findet man sich mit der Taschenlampenfunktion des iPhone morsend vor dem Stromkasten wieder, um dem Gerät dauerhaft die Daten zu entlocken, die dann von einem batteriebetriebenen Datenlesegerät und einem Hub wiederum ins WLAN gespeist werden. Energiewende läuft da wohl eher gegen Energiewände.

Wer genau wissen will, wie es geht: Hier hat es der Volker Weber mal aufgeschrieben -> https://vowe.net/2023/05/13/stromzahler-ein-ux-schauermarchen/


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